CTL, Clemens-Tobias Lange, in Berlin geboren
 
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Clemens-Tobias Lange, CTL-Presse Hamburg. Foto © Michael Lange

 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

CTL-Presse
Laboratorium für Bücher – Atelier für Gestaltung

Was die Künstlerbücher angeht: kein Ort des reibungslosen Produzierens, sondern eine mal fließende, mal diffizile Suche nach Poesie. Die Arbeiten werden nicht für eine "Nische" entworfen, oder entsprechend zeitgenössischer Trends von Kunsthistorikern. Sie sollen auch keine Lifestyle Produkte sein, sondern entspringen sehr unterschiedlichen Konzepten oder eben einfach der Biographie und Umgebung des Künstlers. Inzwischen haben sich eine ganze Reihe von Sprachen zwischen die Buchdeckel einladen lassen – bekannte und fast vergessene – jede mit einem anderen Aufbau für die Übersetzung, jede in anderen Kleidern.

 
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    Geschichte der CTL-Presse
In einem ehemaligen Brauereigebäude im alten Industriegürtel Hamburgs wurde die erste Werkstatt eingerichtet. Das erste »livre d’artiste« war damals schon fertig. Ich hatte es teils in München bei SchumacherGebler, teils in Venedig und teils in Hamburg entworfen und gedruckt und damit – es waren die Jahre 1988/1989 – die CTL-Presse gegründet.
Vorher habe ich 5 Jahre in Italien gelebt, studiert und gearbeitet. Besonders das Studium der Malerei bei Emilio Vedova und des Designs bei Ennio Chiggio an der Accademia di Belle Arti di Venezia haben mich für den »Job« als »Künstler« und Büchermacher reifen lassen. Keine Ausbildung zum Grafikdesigner, sondern eine Schule des Beobachtens, des Denkens und frei Arbeitens in einer anderen Kultur, mit ihrer eigenen Grammatik. So kehrte ich dann, nach und nach angereichert, damals an der "Università di Ca' Foscari", mit einigen Chinesisch- und Japanischkenntnissen in die auffällig andere Welt über den Brenner zurück.
In Hamburg übernahm ich die letzte Setzergasse der Druckerei Offizin Hartung und eine Andruckpresse – und war (allein schon durch das Gewicht der Bleilettern) verankert. Handsatz war ein »alter Bekannter«, denn ich hatte bei SchumacherGebler in München in den Jahren 1983-84 als Bleisetzer gearbeitet; ich kannte liebenswerte Vorteile und manche Tücken der gutenbergischen Arbeitsweise.
Durch die Fatalität, in einer Übergangszeit angefangen zu haben, in der alles zwischen handwerklichem Können und Digitalisierung stand – kannte ich Schriften, Typographie, sowie Malerei und Zeichnung von ihrem Handwerk, ihrer Geschichte und ihren klassischen Höhepunkten her, hatte aber gleichzeitig großen Durst, mit neuen Werkzeugen, Materialien und Medien, nach Lösungen für meine Ideen zu suchen.
Die Pressendrucke, sogenannte livres d’artistes (der CTL-Presse), die Künstlerbücher (Edizioni CTL) und die Libretti entstanden - und nicht ein Titel ähnelt dem anderen.
Hartgummi, Obsidianglas, erdpigmentgefärbtes Vlies, feueroxydiertes Kupfer und Seidenstoffe werden in den Bänden mit feinen und ganz einfachen Papieren aus Asien und Europa kombiniert und lassen aus literarischen Texten und den Arbeiten der Künstler neue Kunstwerke entstehen.
Handsatz und Fotosatz werden für die unterschiedlichen Arbeiten ebenso verwendet, wie eigens entworfene Schriften (> ctlCochin, greekctlGill, ctlCirillitza). Fast alle Arbeiten werden mit der Handpresse gedruckt. Die Libretti auch in Xerographie, Offstet- Sieb- und Digitaldruck oder auf dem Heidelberger Tiegel im Hause.

awards

Für die gute Gestaltung von Bänden der CTL-Presse, ebenso, wie für die Gestaltung von Büchern für andere Verlage wurden viele Titel von der Stiftung Buchkunst prämiiert.
blancFür die vielseitige Arbeit – eigene künstlerische Arbeit mit traditionellem handwerklichen Hintergrund einerseits und der experimentellen Zusammenarbeit mit Künstlern andererseits und für das Verlegen von kleinen »Volksausgaben«, den Libretti – erhielt die CTL-Presse 1999 den Verlagspreis der Hansestadt Hamburg.
blancIm Jahr 2012 erhielt Clemens-Tobias Lange als erster Buchkünstler den Antiquaria-Preis für Buchkultur der Stadt Ludwigsburg.
Der Band Fernando Pessoa, Wahrheit und Aspirin erhielt 1998 den 1. Preis des Walter Tiemann Wettbewerbes - - bDie Chinesisch-Deutsche Ausgabe, »Die Geschichte des Fräulein Ren« bekam eine Medaille unter den schönsten Büchern aus aller Welt von der Stiftung Buchkunst International.
Die Bücher der CTL-Presse finden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen auf allen Kontinenten.

...Italien
In Jahr 2003 begann die Zusammenarbeit mit Domenico Brancale. Für einige Jahre haben wir in jedem Sommer die Exemplare der italienischen Autorenpublikation 'a camàsce hergestellt und verschickt. Wenn Sie ein Freund der italienischen Sprache und von Erstausgaben sind, könnten diese kleinen schönen Bände mit 48 - 65 Seiten, erschienen in einer limitierten Auflage von ca. 200 numerierten Exemplaren, zum Preis € 22 - € 35, noch erhalten. Etwas für Sie oder als ein Geschenk für Leute die gerne etwas Italienisch lesen..

 

Clemens-Tobias Lange

 

 
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CTL "Hamburg"